2.1 Elementare Zahlen

2.1.1. Irrational

Es gibt keine Zahl mit .

Beweis:

  1. Nehmen wir an es gibt mit . OBDA teilerfremd und .
    • . Da 2 prim, für ein
    • und dann .
    • Daraus können wir schließen, dass auch einen Faktor hat.
    • Widerspruch, und nicht teilerfremd!

2.2 Die reellen Zahlen

  • Die Addition in ist assoziativ, kommutativ, hat ein neutrales Element , ein inverses . bildet eine abelsche Gruppe bezüglich der Addition.
    • Beachte, das Inverse ist eindeutig bestimmt!
  • Die Multiplikation in ist genauso eine abelsche Gruppe.
  • Die beiden werden durch das Distributivgesetz vereint.

2.2.2. (and more) Properties

  1. Additive und multiplikative Inverse sind eindeutig bestimmt
  2. Aus und folgt . (Konsistenz)
  3. Falls gilt und , gilt auch . (Konsistenz)

Zudem gibt es auf eine Ordnung mit folgenden Eigenschaften (Poset).

Ordnungsaxiome

  1. Reflexivität
  2. Transitivität
  3. Identitivität (Antisymmetry)
  4. Totale Ordnung: .

Die Ordnung ist mit Addition und Multiplikation konsistent:

Ordnungsvollständigkeit

Seien so, dass

  1. ,

  2. Dann gibt es ein so dass

Beispiel: Proof that is irrational durch Ordnungsvollständigkeit.

  • Definiere zwei Mengen:
    • — nicht leer, da
    • — nicht leer, da
  • Schritt 1:
    • Angenommen mit
    • Dann , d.h. — Widerspruch zu
  • Schritt 2: Nach dem Vollständigkeitsaxiom mit:
    • Insbesondere gilt
  • Schritt 3: Beh.
    • Bew. Annahme: , also entweder oder

    • Fall 1:

      • Wähle klein genug, sodass
      • Konkret:
      • Wähle , dann
      • Also — Widerspruch zu
    • Fall 2:

      • Wähle klein genug, sodass
      • Wähle , dann
      • Also — Widerspruch zu
    • Beide Fälle führen zum Widerspruch .

Wir definieren außerdem folgende Operationen.

2.2.1 Max, Min, Absolutbetrag

  1. Absolutbetrag:

Außerdem gilt

  • für alle .
  • .

2.2.1 Dreiecksungleichung

Und .

2.2.2 Youngsche Ungleichung

Für jedes , gilt

Proof: Setze . OBDA gelte .

1.60 Bernouilli-Ungleichung

(Extra, useful)
Für und gilt:

2.3 Supremum und Infimum

2.3.1 Upper and lower bound

An upper bound (de “obere Schranke”) of a set is an element such that .
A lower bound is an element such that .

3.2.1

i) Jede nicht leere, nach oben beschränkte Menge besitzt eine kleinste obere Schranke , das Supremum von .
ii) Analog besitzt jede nicht leere, nach unten beschränkte Menge eine grösste untere Schranke , das Infimum von .

Proof: Dies können wir mit dem Ordnungvollständigkeitssaxiom beweisen. Für das Intervall , welches nach oben beschränkt ist, gibt es eine Menge an oberen Schranken. Da für alle gilt, gibt es sodass . ist die kleinste obere Schranke und eindeutig bestimmt.

Supremum and Infimum

The least upper bound of is called supremum, noted .
The greatest lower bound of is called infimum, noted .

The infimum / supremum can be or (if the set ist nach oben / unten unbeschränkt).

  • The supremum of a set can be characterised by
  • The infimum of a set can be characterised by

Konvention Inf / Sup

Ist die Menge nach oben / unten unbeschränkt, so definieren wir:

  • oder

Das Supremum und Infimum müssen keine Elemente von sein. Wenn sie es aber sind, so nennen wir sie Maximum und Minimum.

Maximum and Minimum

The maximum, noted is an element such that .
The minimum, noted is an element such that .

The minimum / maximum cannot be or , they don’t “belong” to (laut Archimedischem Prinzip gibt es immer größere / kleinere).

Note that, Maximum and minimum are always uniquely defined, given that they exist (there is only one maximum and one minimum).

Im Allgemeinen gehören das Supremum und Infimum nicht zur Menge selbst!
Ist dies jedoch doch der Fall, sagen wir “das Supremum wird in angenommen”.

Supremum, Infimum zu Max, Min

Wenn ein Minimum / Maximum existiert, dann gilt (und ).

2.3.2 (Korollar im Skript) Archimedisches Prinzip

Für und existiert mit
Für jedes existiert mit .

(Im Skript: Zu jeder Zahl gibt es ein mit .)

Beachte, wir können daraus folgern dass gilt: für alle in existiert ein mit .

  • Wähle nach Archimedischem Prinzip so dass .
  • diese vielfache überdecken ganz in regelmäßigen Abständen von .
  • Wähle kleinstes mit dann gilt also
  • Somit ist mit .

Mit Sup und Inf rechnen

(From Michaels book) Seien nicht leer dann gelten:

  1. addition
  1. union

2.4 Euklidische Raum

Wir definieren Skalarprodukt, Euklidische Norm und den Euklidischen Abstand.

Euklidischer Abstand

Für :

Dreiecksungleichung Reloaded

Für alle gilt:

wo die euklidische Norm von ist.

Cauchy-Schwarz

Für alle gilt:

2.5 Komplexe Zahlen

Wir führen in noch eine weitere Operation ein, die komplexe Multiplikation. Wir erhalten einen Körper (zu jenem alle anderen extension fields isomorph sind). Wir nennen diesen die:

Komplexe Zahlen

Die komplexen Zahlen .

Beachte, dass in durch einbetten können.

Wir können diese in arithmetischer oder kartesischer Form als darstellen.

Kartesische Form

Für gilt:

  • heißt Realteil, geschrieben
  • heißt Imaginärteil, geschrieben
  • ist die imaginäre/komplexe Einheit mit Eigenschaft

Ist , nennt man auch rein oder pur imaginär.

Konjugation

Für sei die zu konjugierte Zahl.

Es gelten folgende Regeln:

  • und
  • falls
  • falls rein imaginär!

Außerdem gilt:

Wir können komplexe Zahlen ebenfalls in der Polarform darstellen.

In dieser Form ist der Betrag, die Länge des dazugehörigen Vektors:

Der Abstand ist dann , und hier gilt wieder die Dreiecksungleichung: .

2.5.1 Eulersche Formel

Wir können die Exponentialfunktion als Reihenentwicklung darstellen:

Setzen wir in diese formel ein, so erhalten wir , .

Wir können dadurch und mithilfe von komplexen Exponentialfunktionen schreiben.

Sin, Cos als Exponentialfunktionen

und

Mit komplexen Argumenten gelten folgende Regeln:

  • (im Kontext von Rotationen leuchtet das ein)

Polarform

Eine komplexe Zahl als Winkel und Abstand zum Ursprung.

wo und der Polarwinkel (Argument).
Wir schreiben .

Wir können genauso schreiben.

Umrechnungen ist wo und .

  • falls .
  • falls und
  • falls und .

Umrechnung ist 0 ausgeschlossen

Falls verwenden wir die folgende Konvention. Für :

Rechenregeln komplexe Zahlen:

    • Die Multiplikation mit einer komplexen entspricht einer Drehung um ihr Argument und Verlängerung um ihren Betrag.

Einheitswurzeln

Sei , . Dann hat die Gleichung genau Lösungen in : wobei

oder anders geschrieben

was insgesamt Lösungen macht.

Die Lösungen sind alle auf einem Kreis mit Radius 1 und sind gleichmäßig verteilt (formen ein n-Eck). Man *dreht immer um den Winkel .

Beispiel Für sind die Lösungen von gleich der komplexen Zahlen mit Betrag und Winkeln für .

Fundamentalsatz der Algebra

Jedes polynom kann in Linearfaktoren faktorisiert werden, d.h. geschrieben werden als .

Die Zahlen sind also gerade die Nullstellen von mit Vielfachheit!

Dies heißt praktisch: jedes Polynom -ten Grades über hat genau Nullstellen (mit Vielfachen).

Nicht-reelle Nullstellen

Die nicht-reellen Nullstellen eines Polynoms mit reellen Koeffizienten treten in komplex konjugierten Paaren auf.

Heißt es sind immer Paare (für Grad 3 kann es nur oder in geben).

Proof: Konjugierte ist auch eine Nullstelle. Für , Polynom mit reellen Koeffizienten.

Weil:

( weil )

Beispiel: Heißt, wenn eine Wurzel ist, ist es auch !